Geheimnisvolles Rühren und Kochen
Wer das erste Mal eine eigene Creme herstellt, mag sich vielleicht vorkommen, wie ein Druide oder eine Kräuterhexe. Es gibt viele verschiedene Zutaten, die nach einem ganz bestimmten Prinzip zusammengefügt werden müssen. Als Ergebnis erhält man wie von Zauberhand eine Gesichtscreme für trockene, fettige oder normale Haut, die zusätzliche Wirkstoffe enthält, um für eine gute Durchblutung oder Bekämpfung erster Fältchen zu sorgen. Aber die Herstellung der eigenen Creme ist nicht so geheimnisvoll, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Zwei grundlegende Zutaten, die sich nicht vereinigen wollen
Jede Creme besteht aus Wasser und Pflanzenöl. Wie jeder aus der Küche weiß, wollen sich diese beiden Stoffe nicht freiwillig verbinden, denn Öl setzt sich immer auf dem Wasser ab. Um eine homogene, stabile Creme herzustellen, muss daher ein Emulgator verwendet werden, der das Bindeglied zwischen diesen offensichtlich feindlichen Stoffen bildet. Um das zu ermöglichen, muss die Fettphase der Creme zunächst getrennt angerührt werden. Da sich die Fettphase im Kühlschrank längere Zeit hält, kann sie vorbereitend in einer größeren Menge angerührt und bis zu einem Jahr aufbewahrt werden.
Die Fettphase für eine selbstgerührte Creme besteht aus dem Öl, dem Konsistenzgeber, der ebenfalls fettig ist, und dem Emulgator. Diese Fettphase wird mit destilliertem Wasser auf eine ganz besondere Art verrührt.
Zunächst wird das Wasser erhitzt. Es kann kurz aufkochen, weil dadurch eventuell vorhandene Keime abgetötet werden. Danach muss es jedoch wieder bis auf 70 Grad Celsius abkühlen, weil das die Temperatur ist, bei der Fett- und Wasserphase verbunden werden. Alle Bestandteile der Fettphase werden ebenfalls in ein Kochgefäß oder feuerfestes Becherglas gegeben und langsam erhitzt, bis sie 70 Grad erreicht haben. Während des Erhitzens lösen sich die festen Bestandteile auf und vermischen sich mit dem Öl.
Fleißiges Rühren sorgt für die richtige Verbindung
Haben beide Phasen eine Temperatur von 70 Grad erreicht, wird das Wasser in die Fettphase geschüttet. Nun muss die Flüssigkeit sofort kräftig verrührt werden, damit sich Wasser und Öl zu einer geschmeidigen Creme verbinden. Hilfreich ist dabei ein kleiner Handquirl, wie er auch zum Aufschäumen von Milch verwendet wird. Er rührt gleichmäßiger und kräftiger, als es von Hand möglich wäre. Nach etwa zwei Minuten haben sich Wasser und Fettphase zu einer weißen, stabilen Creme verbunden. Nun muss die Creme so lange immer wieder mit einem Kunststofflöffel oder einem Glasstab durchgerührt werden, bis sie erkaltet ist. Erst im kalten Zustand erhält die Creme ihre endgültige Festigkeit. Bereits bei
einer Temperatur von 30 Grad können weitere Zusatzstoffe, wie Vitamine, ätherische Öle, Kräuterextrakte oder Kollagen untergerührt werden.
Von der Creme sollte nie eine größere Menge angerührt werden, als innerhalb einer Woche verbraucht wird, da nur so die Gewissheit besteht, dass sie auch ohne Konservierungsstoffe nicht verdirbt. Der ideale Aufbewahrungsort für die Creme ist der Kühlschrank.