Anti-Aging-Wirkstoffe in selbstgemachter Kosmetik
Anti-Aging-Produkte nehmen in der Kosmetik einen hohen Stellenwert ein. Jeder möchte möglichst lange eine jungendlich frische und faltenfreie Haut bewahren. Auch in diesem Bereich verspricht die Werbung für teure Kosmetikprodukte oft mehr, als sie letztendlich halten kann. Einige Wirkstoffe sind aber tatsächlich in der Lage, die Hautalterung ein wenig aufzuhalten oder ein glatteres Hautbild zu erzeugen.
Einer der Wirkstoffe, die entgegen häufiger Aussagen in der Werbung nicht in die Haut eindringen können, ist Elastin, das nicht nur aufgrund seines Namens den Eindruck erweckt, in der Haut eine verbesserte Elastizität zu erzeugen. Diese Eiweißsubstanz bildet tatsächlich elastische Fasern und wird in Fertigprodukten als Repair-Complex bezeichnet, kann aber aufgrund seiner Molekularstruktur nicht in die Haut eindringen. Dennoch ist das Elastin geeignet, ein glatteres Hauterscheinungsbild zu erzeugen, weil es auf der Hautoberfläche einen dünnen Film erzeugt und damit die Haut gleichzeitig gegen schädigende Umwelteinflüsse schützt.
Anders verhält es sich beim Fibrostimulin, das in die oberen Hautschichten eindringen kann und dort Zellteilung und Zellwachstum fördert, indem es die Kollagenase, ein Körpereigenes Enzym, aktiviert. Dadurch ist Fibrostimulin geeignet, erste Fältchen zu glätten.
Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der Saccharide, also der Zuckerbausteine in der Natur, und kommt im Körper als Gelenkflüssigkeit vor, ist aber auch im Glaskörper des Auges enthalten. Im Bindegewebe sorgt die Hyaluronsäure für eine bessere Elastizität. In der Kosmetik bildet die Hyaluronsäure einen glättenden Film auf der Haut und schützt sie damit gleichzeitig vor negativen Umwelteinflüssen. Wie das Elastin kann aber Hyaluronsäure aufgrund ihrer Molekularstruktur nicht in die Haut eindringen.
Eine Substanz, die dazu geeignet ist, die Hornschicht in der Haut zu überwinden, ist das Vitamin-A-Palmitat. Es ist daher geeignet, die Oberhaut zu verdicken und damit der Hautalterung entgegen zu wirken, die Zellteilung anzuregen, die Faltentiefe von sonnengeschädigter Haut zu verringern und den Stoffwechsel der Haut anzukurbeln.
Vitamin-E-Acetat ist ein natürlicher, zellschützender Stoff, der auch in der Lebensmittelindustrie zum Schutz vor Verfall eingesetzt wird. In Hautpflegeprodukten zeigt das Vitamin-E-Acetat vor allem an der Hautoberfläche einige großartige Wirkungen. Es besitzt einen eigenen, leichten Sonnenfiltereffekt, vermindert damit Zellschädigungen durch Sonneneinstrahlung, verbessert die oberflächliche Hautstruktur und bindet Feuchtigkeit in der Haut. Gleichzeitig wirkt die Substanz entzündungshemmend und kann zudem die Wirkung anderer Inhaltsstoffe begünstigen.
Gamma-Linolensäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die in der Natur vor allem im Borretschöl vorkommt. Reine Gamma-Linolensäure ist extrem teuer und bietet sich daher für die Verwendung in der hausgemachten Kosmetik nicht an. Der Zusatz von Borretschöl kann bei entsprechender Konzentration dieselben Effekte in kosmetischen Produkten erzeugen. Es verbessert die Feuchtigkeitsregulierung der Haut, schützt sie vor freien Radikalen, sorgt für schnelle Regenration und soll dazu geeignet sein, die Haut zu verjüngen, was jedoch nicht belegt ist.
Tatsächlich dazu geeignet, die oberen Hautschichten zu durchdringen und der Haut zumindest ein glattes und verjüngtes Erscheinungsbild zu geben, sind Liposome. Sie bestehen aus denselben Substanzen, wie die Zellmembran in der Haut und können sich bei langandauernder Anwendung mit den vorhandenen Zellmembranen verbinden. Die glättende und verjüngende Wirkung der Liposome ist jedoch nicht nachhaltig, sondern wirkt nur, wenn die Creme aufgetragen ist.